Angehörige und Tagespflegen – Verlierer der Pflegereform?

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Die Mehrheit der Menschen mit Pflegebedarf in Deutschland wird von ihren Angehörigen zu Hause versorgt. Sie tragen die Hauptlast der Pflege und benötigen daher Entlastungsangebote wie Tagespflege: zum Beispiel, wenn sie die Betreuung der Pflegeperson tage- oder stundenweise anderweitig sicherstellen müssen. „Kürzt Spahn den Anspruch auf dieses Versorgungsangebot, können sich viele Familien die häusliche Pflege ihrer nahestehenden Personen nicht mehr leisten, weder organisatorisch noch finanziell“, sagt Tassilo Mesenhöller, Geschäftsführer von drei Tagespflegen in Solingen. „Dann bleibt nur noch die Heimunterbringung als Ausweg. Und die ist nicht nur teuer, sondern auch unnötig“.

Mesenhöller  war zunächst davon ausgegangen, der Gesetzgeber habe das erkannt, als dieser vor einigen Jahren die Leistungen der Tagespflege verbesserte. Nun rudere er aber wieder zurück in seinen Reformbemühungen, Verlierer seien dabei eindeutig Angehörige und Tagespflegen.

Reform schadet dem Ruf der Tagespflegen

Laut Spahn habe die Ausweitung der Leistungen in der Tagespflege zu Fehlanreizen im Versorgungssystem geführt. „Doch wo ist der Nachweis dafür?“, fragt sich Mesenhöller. Er vermutet vielmehr, dass die Tagespflegen ein Bauernopfer sind, mit dem der Gesetzgeber die notwendigen finanziellen Verbesserungen für die stationäre Pflege gegenfinanzieren will. Zudem beschädigen die Leistungskürzungen seiner Ansicht nach das Ansehen der Pflegeeinrichtungen und deren Beschäftigten. Die Politik müsse sich daher nicht wundern, dass Pflegekräfte zunehmend dem Pflegeberuf den Rücken kehrten.

Wird die Reform durchgesetzt wie bisher geplant, drohe die familiär getragene Versorgung wegzubrechen, ist Mesenhöller überzeugt.

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