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AOK-Studie: Pflegende Angehörige nutzen Hilfsangebote kaum

Viele hochbetagte Menschen werden Zuhause von ihren Angehörigen gepflegt – keine leichte Aufgabe. Dennoch nutzen  nur wenige der Pflegenden die kostenfreien Hilfs- und Entlastungsangebote der AOK-Pflegekasse, wie die Hundertjährigen-Studie des GeWINO Instituts gezeigt hat.

Viele hochbetagte Menschen werden Zuhause von ihren Angehörigen gepflegt – keine leichte Aufgabe. Dennoch nutzen  nur wenige der Pflegenden die kostenfreien Hilfs- und Entlastungsangebote der AOK-Pflegekasse, wie die Hundertjährigen-Studie des GeWINO Instituts gezeigt hat.

Im Jahr 2014 wurden knapp die Hälfte der über 99-jährigen AOK Nordost-Versicherten durch Familie und Freunde betreut. Für nur 17 Prozent von ihnen war ausschließlich ein Pflegedienst zuständig. Das ist ein Ergebnis der Hundertjährigen-Studie des Gesundheitswissenschaftlichen Instituts (GeWINO) der AOK Nordost.

Kostenfreie Hilfsangebote der Pflegekassen kaum genutzt

Die Pflege eines Angehörigen ist eine große Herausforderung, die Pflegende oftmals nah an ihre physische und psychische Grenze bringt. Vor allem, wenn sie dabei keine Unterstützung haben. Viele Pflegekassen bieten deshalb eine Reihe von Hilfs- und Entlastungsleistungen wie Verhinderungs-, Tages- oder Kurzzeitpflege an. Dennoch nehmen pflegende Angehörige diese Leistungen kaum in Anspruch, selbst wenn der zu pflegende Mensch hochbetagt ist.

„Im Jahr 2014 nutzten fast 30 Prozent der pflegenden Angehörigen der AOK-100-Jährigen das Angebot der Verhinderungspflege und zehn Prozent das Angebot der Kurzzeitpflege“, so Dr. Thomas Zahn, Leiter des GeWINO. Das Angebot der zeitweisen Betreuung durch eine sogenannte Tages- und Nachtpflege in einer Pflegeeinrichtung schöpften gerade mal sechs Prozent der Pflegenden aus. Und das, obwohl die Kosten für diese Leistungen laut Zahn von der AOK-Pflegekasse übernommen werden.

Die Ergebnisse der Studie im Einzelnen:

  • In den drei Bundesländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern liegt der Anteil der Pflegebedürftigen bei den 100-Jährigen bei über 90 Prozent. Die  Mehrheit von ihnen hat die Pflegestufe 2.
  • Nur 39 Prozent der 460 Zuhause gepflegten 100-Jährigen nahmen ausschließlich Geldleistungen für pflegende Angehörige in Anspruch, 44 Prozent in Kombination mit Leistungen von ambulanten Pflegediensten und 17 Prozent wurden ausschließlich durch Pflegedienste betreut.
  • 30 Prozent der Pflegenden Angehörigen von AOK Nordost-Versicherten über 100 Jahren nahmen in 2014 Leistungen aus der Verhinderungspflege in Anspruch.
  • Für die ambulanten Pflegedienste erstattete die AOK in 2014 am häufigsten Leistungen zur Körperpflege, gefolgt von Leistungen zur Zubereitung von Mahlzeiten und zur Reinigung der Wohnung für die AOK-100-Jährigen.

Das Ergebnis der Studie bezieht sich auf 1.123 über 99-jährige AOK Nordost-Versicherte in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Das Gesundheitswissenschaftliche Instituts (GeWINO) der AOK Nordost untersucht seit 2014 gemeinsam mit der Altersforscherin Prof. Adelheid Kuhlmey und dem Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft an der Charité, wie es hochbetagten Menschen in den AOK Nordost Regionen geht.

Quelle: aok.de

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