Generalistische Pflegeausbildung in der Kritik
Brechen durch die neue generalistische Ausbildung die Ausbildungszahlen ein? Diese Meinung vertritt jedenfalls der Arbeitgeberverband Pflege. Er ist weiter der Ansicht, Gesundheitsminister Hermann Gröhe betreibe hier gefährliche Realitätsverweigerung.
Brechen durch die neue generalistische Ausbildung die Ausbildungszahlen ein? Diese Meinung vertritt jedenfalls der Arbeitgeberverband Pflege. Er ist weiter der Ansicht, Gesundheitsminister Hermann Gröhe betreibe hier gefährliche Realitätsverweigerung.
Durch das Pflegeberufereformgesetz wurden die bisherigen drei Ausbildungen in der Altenpflege, der Krankenpflege sowie der Kinderkrankenpflege zu einem neuen einheitlichen Berufsbild zusammengeführt. Daraus werde ein Einbruch der Ausbildungszahlen in der Altenpflege resultieren, heißt es in der Pressemitteilung des Arbeitgeberverbands.
Laut Mitteilung erlernen derzeit 70.000 junge Menschen im Rahmen einer dreijährigen Ausbildung den Pflegeberuf. Dies werde sich mit der vereinheitlichten Ausbildung ändern. Denn steigende Belastungen durch die neue generalistische Pflegeausbildung würden die Schulungsbereitschaft der Betriebe senken.
Dazu Thomas Greiner, Präsident des Arbeitgeberverbandes Pflege: ,,Als Folge dieser Einheitssoße wird auch eine deutlich geringere spartenbezogene Fachlichkeit am Ende der Ausbildung stehen. Es wird viel nachgeschult werden müssen. Für jeden Ausbildungsbetrieb bedeutet dies mehr Kosten, einen deutlich höheren Organisationsaufwand, weil jeder Azubi stolze sieben Praxisstellen absolvieren muss; ein künftiger Altenpfleger etwa muss auch eine Ausbildungsstation in der Kinderkrankenpflege durchlaufen. Mit vertiefendem Praxis-Lernen hat das nicht mehr viel zu tun." Für die 36 Monate Ausbildung erhält der Auszubildende vom Ausbildungsbetrieb je nach Ausbildungsjahr eine angemessene Ausbildungsvergütung zwischen gut 800 und gut 1.000 Euro. Jeder Ausbildungsbetrieb hat für eine intensive und gute Begleitung des ihm anvertrauten Azubis zu sorgen. Gleichzeitig stehen aber die helfenden Hände der Azubis ihrem Ausbildungsbetrieb während der 36-monatigen Ausbildung nach dem generalistischen System nur noch acht Monate - 1.300 statt bisher 2.500 Stunden - für die praktische Ausbildung in der Altenpflege zur Verfügung. Greiner: ,,Für jedes Unternehmen ist auch Ausbildung eine Kosten/Nutzen-Kalkulation. Genau hier betreibt Minister Gröhe gefährliche Realitätsverweigerung."
Quelle: Pressemitteilung des Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) v. 27.05.2016
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