Häusliche Pflege und Frauenerwerbstätigkeit
Eine aktuelle Studie des Deutschen Zentrums für Altersfragen untersucht, wie sich die häusliche Pflegetätigkeit von Frauen der Altersgruppen 40 und 50 plus auf ihre berufliche Tätigkeit auswirkt. Das Ergebnis zeigt: Wer wöchentlich mehr als 10 Stunden mit Pflege verbringt, fehlt dem Arbeitsmarkt.
Eine aktuelle Studie des Deutschen Zentrums für Altersfragen untersucht, wie sich die häusliche Pflegetätigkeit von Frauen der Altersgruppen 40 und 50 plus auf ihre berufliche Tätigkeit auswirkt. Das Ergebnis zeigt: Wer wöchentlich mehr als 10 Stunden mit Pflege verbringt, fehlt dem Arbeitsmarkt.
Angesichts einer steigenden Zahl von Pflegebedürftigen, die oft zuhause und meist von weiblichen Bezugspersonen im Alter zwischen 40 und 59 Jahren versorgt werden müssen, wird die Vereinbarkeit von „informeller“ häuslicher Pflege und Berufstätigkeit der Pflegenden zum wachsenden Problem – auch für den Arbeitsmarkt.
Im Rahmen der Erhebung wurden Daten des „Sozio-oekonomischen Panels“ von mehr als 6.000 pflegenden und nichtpflegenden Frauen herangezogen und in Hinblick auf den Wechsel zwischen Erwerbs- und Nichterwerbstätigkeit sowie zwischen Voll- und Teilzeit ausgewertet. Dabei wurde ferner differenziert, ob der Pflegeaufwand jeweils mehr oder weniger als 10 Stunden pro Woche beträgt.
Laut Studie sind Frauen mit zeitlich intensiverem Pflegeaufwand zugleich auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt: wegen geringerer Bildung und Berufserfahrung sowie aufgrund ihres entsprechend niedrigeren Einkommens. Umgekehrt korrelierten höhere Bildung, bessere Qualifizierung und höheres Haushaltseinkommen auch mit geringerem Pflegeumfang – die betreffenden Frauen unterschieden sich demnach sogar kaum von denen ohne Pflegeaufgaben.
Zudem sei für die beruflich besser qualifizierte Gruppe die Vereinbarkeit von Pflege und Job weniger ein Problem als für Frauen mit deutlich höherem Pflegeaufwand, bei denen es am ehesten bis zu einem Verzicht sowohl auf Voll- als auch Teilzeitbeschäftigung kommen könne. Wer hingegen weniger pflegen muss, wechsle zwar tendenziell eher von Voll- auf Teilzeitbeschäftigung, werde aber wahrscheinlich auch weiterhin erwerbstätig bleiben.
Da nun eigentlich besonders die benachteiligte, einkommensschwache Gruppe der intensiv pflegenden Frauen schon wegen ihrer Altersversorgung weiterhin im Berufsleben stehen sollte, seien wirksame Maßnahmen für eine praktikable Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in jedem Fall dringend angeraten – nicht zuletzt müssten darüber hinaus die sozialen Dienste in puncto Pflege auch für niedrige und mittlere Einkommen erschwinglich werden.
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