Lebensmüdigkeit im Alter: Wie gehen Angehörige damit um?
Vielen pflegenden Angehörigen fällt es schwer, mit pflegebedürftigen Personen über Themen wie Lebensende, Sterben oder Tod zu sprechen. Das zeigt eine aktuelle Studie vom Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) zeigt.
Viele ältere Menschen leiden unter Depressionen und haben Suizidgedanken. Foto:CineLens/peopleimages.com-adobe.stock.com
Für die Untersuchung wurden 1.000 pflegende Angehörige ab 45 Jahren befragt, was die Konfrontation mit diesen Themen für sie bedeuten kann. Davon gaben 85 Prozent an, dass die von ihnen zu pflegenden Personen Gespräche über das Lebensende, den Tod oder einen möglichen Suizid führen möchten. Jeder sechste Befragte dieser Gruppe empfindet den Austausch darüber als sehr belastend. 34 Prozent der Studienteilnehmenden wünscht sich daher kompetente und professionelle Beratung, in der sie erfahren, wie sie Gespräche über diese schwierigen Themen führen und mit den eigenen Gefühlen dabei umgehen können.
Depression ist eine der häufigsten Erkrankungen im Alter
Laut ZQP ist einer der größten Risikofaktoren für Lebensmüdigkeit und Suizidalität die Depression. Sie sei außerdem eine der häufigsten psychischen Erkrankungen im Alter. Die Suizidrate in der Altersgruppe 70 plus sei überproportional hoch. Insbesondere könne bei älteren pflegebedürftigen Menschen die Dunkelziffer von Selbsttötungen erheblich sein, da diese möglicherweise gar nicht als solche wahrgenommen und folglich nicht erfasst werde.
Rund die Hälfte (49 Prozent) der befragten Pflegenden gab an, dass die pflegebedürftige Person in den letzten drei Monaten mindestens eine Äußerung getätigt habe, die ein Anhaltspunkt für Gefühle im Spektrum von Lebensmüdigkeit bis Suizidalität sein kann.;
Unterstützungsangebote für Angehörige
Die Auswertung der Daten zeige zudem einen Zusammenhang an zwischen Äußerungen pflegebedürftiger Menschen, die dem Bereich von Lebensmüdigkeit oder Suizidalität zugerechnet werden können, und dem Belastungsempfinden pflegender Angehöriger: In der Gruppe derjenigen Befragten, die sich an entsprechende Äußerungen der pflegebedürftigen Person erinnerten, fühlten sich 64 Prozent eigenen Angaben zufolge durch die Pflegesituation belastet. Das sind rund 18 Prozentpunkte mehr als in der Gruppe, die sich an keine solche Äußerungen erinnerte. Daher hält Dr. Simon Eggert, Leiter der Studie beim ZQP, es für wichtig, dass es neben geeigneten Maßnahmen zur Prävention von Lebensmüdigkeit und Suizidalität bei pflegebedürftigen Menschen auch passende Unterstützungsangebote für Angehörige gibt.
Die Online-Publikation der Untersuchung kann als PDF-Datei unentgeltlich über die Internetseite des ZQP heruntergeladen werden: www.zqp.de/bestellen
Zur Studie
Die Studie basiert auf der Zusammenarbeit des ZQP, der Arbeitsgemeinschaft “Alte Menschen“ des Naspro und der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention. Befragt wurden insgesamt 1.000 Personen ab 45 Jahren, die als pflegende Angehörige gelten können, zu Art und Umfang der geleisteten Unterstützung und den damit verbundenen Belastungen bei der Pflege Angehöriger sowie zu Aspekten aus dem Themenfeld Lebensende, Sterben und Tod, einschließlich Lebensmüdigkeit bzw. Suizidalität. Dabei wurden Personen berücksichtigt, die eine pflegebedürftige Person – im Sinne des SGB XI – ab 60 Jahren seit mindestens sechs Monaten in deren Alltag unterstützen.
Quelle: www.zqp.de
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