NRW bleib sozial!
Mit der Kampagne „NRW bleib sozial!“ fordert die Freie Wohlfahrtspflege NRW die Politik auf, sich für eine umfassende Verbesserung der Situation der sozialen Träger einzusetzen. NRW ruft zur Kundgebung auf am 19.10. vor dem Landtag.
Kindertageseinrichtungen und Offener Ganztag, Pflegeeinrichtungen und Angebote für Menschen mit Behinderungen, Integration von Geflüchteten, Schuldnerberatung oder Jugendförderung: Die soziale Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen steht auf der Kippe, und Einrichtungen und die Menschen, die auf sie angewiesen sind, wissen nicht, wie es weitergehen soll, heißt es in der Mitteilung der Freien Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen.
Laut der Freien Wohlfahrtspflege seien Mitarbeitende und Träger sozialer Angebote am Limit und die Probleme vielschichtig: unklare Zukunftsperspektiven, unzureichende Refinanzierung, fehlende Standards und akute Personalnot. Die Bedingungen, unter denen soziale Arbeit geleistet werde, seien vielerorts prekär und unterfinanziert. Dadurch seien viele Träger gezwungen, Angebote einzuschränken oder ganz einzustellen.
Reduzierung von Öffnungszeiten, Schließung von Angeboten und drohende Insolvenzen: Das leise Sterben der sozialen Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen hat begonnen, so die Freie Wohlfahrtspflege. Mangelverwaltung gehöre seit Jahren zum traurigen Alltag, nun sei der Kipppunkt erreicht. Daher macht die Freie Wohlfahrtspflege auf die dringenden Probleme aufmerksam und fordert die Politik auf, sich für eine umfassende Verbesserung der Situation der sozialen Träger einzusetzen. Denn: „So geht es nicht mehr weiter, es ist fünf vor zwölf!“, sagt Christian Woltering, Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege NRW.
Politik müsse jetzt handeln, sonst drohe durch den Wegfall zahlreicher sozialer Angebote große gesellschaftliche und politische Nöte. Die folgenden Schritte seien entscheidend, um diese Angebote in Nordrhein-Westfalen zu sichern und eine qualitativ hochwertige soziale Arbeit aufrechtzuerhalten.
Die Freie Wohlfahrtspflege fordert:
- finanzielle Absicherung: Soziale Einrichtungen leisten wertvolle Arbeit und verdienen angemessene finanzielle Unterstützung. Ganz akut geht es darum, Schließungen aufgrund von Unterfinanzierung zu verhindern und Trägern zu ermöglichen, ihre Mitarbeiter*innen angemessen zu entlohnen. Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten braucht es eine rechtzeitige und auskömmliche Finanzierung.
- gesicherte Qualität und Verlässlichkeit: Gute soziale Arbeit braucht klare rechtliche Standards und gute Arbeitsbedingungen. Nur durch attraktive Rahmenbedingungen, wird man zukünftig dringend benötigte Fachkräfte anziehen können. Es muss sichergestellt sein, dass hochwertige und verlässliche soziale Arbeit für alle garantiert werden kann.
- ein öffentliches Bekenntnis für den Wert sozialer Dienstleistungen: Wir fordern aktive politische Anerkennung und Unterstützung für soziale Einrichtungen, um deren gesellschaftliche Bedeutung zu unterstreichen. Dabei haben wir genug von Lippenbekenntnissen und fordern, dass sich dieses Bekenntnis auch in Form von praktischen und spürbaren Verbesserungen widerspiegelt.
Mehr zum Hintergrund der Kampagne lesen Sie auf der Website der Freien Wohlfahrtspflege NRW.
Achtung:
- Am Donnerstag, 19.10.2023 um 11:55 Uhr bis ca. 14:00 Uhr findet eine Kundgebung vor dem Landtag in Düsseldorf statt. Weitere Infos dazu finden Sie hier.
- Am Samstag, 21.10.2023, ab 12:00 Uhr, findet in Solingen-Mitte findet ein Protestmarsch mit anschließender Kundgebung auf dem Fronhof statt.
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