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Pflegende Angehörige durch Mehrfachbelastung häufiger krank?

Pflegende Angehörige meistern neben der Pflege häufig noch Familie und Beruf. Diese Mehrfachbelastung kann sich einer aktuellen Untersuchung zufolge negativ auf die Gesundheit des Pflegenden auswirken.


Die Siemens-Betriebskrankenkasse SBK hat die Daten von 2.239 pflegenden Personen im Alter zwischen 21 und 70 Jahren mit den Daten der übrigen Versicherten gleicher Altersgruppe verglichen. Die Ergebnisse zeigen: Mehr pflegende Angehörige (25 Prozent) als durchschnittliche Versicherte leiden unter chronischen und schwerwiegenden Krankheiten. Eine Depression beispielsweise tritt bei 20 Prozent der pflegenden Angehörigen auf, aber nur bei zehn Prozent der übrigen Versicherten. Außerdem suchen die Betroffenen häufiger einen Arzt auf und bedürfen meist auch einer intensiveren ärztlichen Versorgung und Behandlung. 

Vermeiden pflegende Angehörige Krankenhausaufenthalte?

Die SBK-Untersuchung der Ausgaben für stationäre Behandlungen zeigt jedoch in puncto Krankenhausaufenthalte, dass die Gesamtausgaben für stationäre Behandlungen von pflegenden Angehörigen der o. g. Altersgruppe nur die Hälfte des Durchschnitts betragen. Die Krankenkasse vermutet, dass Pflegende die notwendige Versorgung ihres Familienmitgliedes nicht durch einen Krankenhausaufenthalt gefährden möchten. Die ambulanten Kosten, die pflegende Angehörige verursachen, übersteigen jedoch die der nicht pflegenden um sieben Prozent.  

Pflegende Angehörige brauchen mehr Entlastung

Sandra Deike, die für den Bereich Pflege bei der SBK verantwortlich ist, fordert daher, dass Angehörige gestärkt und unterstützt werden müssen, wenn sie Eltern oder Geschwister zuhause pflegen. "Wenn jemand ein pflegebedürftiges Familienmitglied zuhause versorgt, darf er dafür nicht mit seiner Gesundheit bezahlen. Darüber hinaus gibt es gerade in ländlichen Gegenden zu wenige Angebote und unzureichende Pflegemöglichkeiten durch Pflegedienste. Die Pflegeleistungen, die in der häuslichen Pflege als Unterstützung dienen, sollten daher dringend ausgebaut werden", sagt Deike.

Weitere Daten der SBK-Untersuchung

Neun von zehn der Pflegenden sind weiblich, zwei Drittel (66 Prozent) sind zwischen 41 und 60 Jahren alt.

Quelle: www.sbk.org 

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