Angehörigenpflege rentenrechtlich besserstellen
Pflegende Angehörige benötigen mehr Unterstützung. Daher fordert der Sozialverband VdK, die Pflegearbeit über den Renteneintritt hinaus rentenrechtlich anzuerkennen.
Pflegende Angehörige benötigen mehr Unterstützung. Daher fordert der Sozialverband VdK, die Pflegearbeit über den Renteneintritt hinaus rentenrechtlich anzuerkennen.
Anlässlich einer Anhörung am 5. Mai 2021 im Gesundheitsausschuss wiesen Experten auf die große Leistung von pflegenden Angehörigen hin. Und auf das mit der Pflege verbundene Risiko, durch Gehaltseinbußen in die Altersarmut zu rutschen.
Wer nahestehende Menschen selbst pflegt, reduziere oft die Arbeitszeit oder steige ganz aus dem Beruf aus, sagt der VdK. Das führe häufig zu finanziellen Problemen und zu Einkommensverlusten, die später die Rente schmälerten. Es sei daher wichtig, die Pflegearbeit der Angehörigen auch über den Renteneintritt hinaus rentenrechtlich anzuerkennen. Solange die Pflegeversicherung die Rentenbeiträge zahlt, müssen als Ausgleich Steuerzuschüsse in die Pflegeversicherung fließen, teilt der VDK weiter mit.
Angehörigenpflege gleichen Stellenwert einräumen wie Kindererziehung
Viele pflegende Angehörige sind kaum in der Lage, Betreuung und Beruf miteinander zu vereinbaren. Durch die Pandemie haben sie es jetzt noch schwerer, weil wichtige Angebote wie Tagespflege und Betreuungsdienste weggebrochen sind. Die Pflegenden sind am Ende ihrer Kraft, sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele. Daher plädiert der VdK für eine Lohnersatzleistung, vergleichbar mit dem Elterngeld, und eine Freistellung von der Arbeit analog zur Elternzeit. Das bedeutet im Klartext: Diejenigen, die einen Angehörigen versorgen, können sich unabhängig von der Betriebsgröße bis zu drei Jahre freistellen lassen und ein sogenanntes Pflegepersonengeld in Höhe von 67 Prozent des letzten Gehalts bekommen. „Das, was die Angehörigen täglich zu Hause leisten, ist enorm. Ohne sie würde das System Pflege schlicht zusammenbrechen. Deshalb brauchen die, die es am Leben erhalten, endlich Anerkennung und eine echte Reform“, sagt der VDK.
Quelle: Sozialverband VdK
Foto: Andrea Piacquadio-Pexels.com
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