Pflege-Report: Minderjährige Pflegende erhalten wenig Unterstützung
Häufig sind auch Jugendliche in die Pflege ihrer Angehörigen involviert – und nicht selten mit dieser Aufgabe stark überfordert. Das zeigt der neue Report „Junge Pflegende" des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP). Unterstützung erhalten sie jedoch kaum.
Häufig sind auch Jugendliche in die Pflege ihrer Angehörigen involviert – und nicht selten mit dieser Aufgabe stark überfordert. Das zeigt der neue Report „Junge Pflegende" des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP). Unterstützung erhalten sie jedoch kaum.
„Die Rolle von Minderjährigen in der familialen Pflege erfährt in Deutschland zu wenig Aufmerksamkeit und führt ein Schattendasein“, sagt Melanie Huml, Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, die Schirmherrin des Reports. Das soll sich mit dem aktuellen Bericht des ZQP nun ändern.
Die Stiftung hat für die Studie 1.005 Minderjährige im Alter von 12 bis 17 Jahren zu Erfahrungen mit dem Thema Pflege allgemein und speziell mit pflegebedürftigen Angehörigen befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass etwa 5 Prozent der Befragten regelmäßig Pflegeaufgaben übernehmen. Die Mehrheit, 90 Prozent von ihnen, hilft mehrmals in der Woche bei der Pflege, 33 Prozent täglich. Nach der psychischen Belastung durch diese Hilfeleistungen gefragt, ergab sich fast eine Gleichverteilung: Psychisch unbelastet fühlen sich 49 Prozent der Minderjährigen. 51 Prozent gaben an, sich dadurch beeinträchtigt zu fühlen.
Pflege der Angehörigen führt zu Doppelbelastung der Jugendlichen
"Wenn Kinder und Jugendliche altersangemessen in die Pflege einbezogen werden, kann das auch positive Effekte haben. Eine Überforderung ist jedoch leicht möglich und kann sehr schädlich sein", sagt der Vorstandsvorsitzende des ZQP, Dr. Ralf Suhr. Er verweist auf die Doppelbelastung der jungen Menschen durch Schule oder Ausbildung und Pflege eines kranken Familienmitglieds. Suhr appelliert daher an die Gesellschaft, sensibler für die Nöte der Jugendlichen bei der Pflege ihrer Angehörigen zu sein.
Ratgeber unterstützt junge Menschen bei der Pflege ihrer Angehörigen
Ein kostenloser Report der Stiftung zum Thema beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, was zur besseren Unterstützung junger Pflegender und ihrer Familien notwendig ist. Der Ratgeber liefert neben Expertenwissen aus Theorie und Praxis wichtige Tipps und Kontaktadressen zu Hilfsangeboten.
Quelle: www.zqp.de
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