Pflege bei Demenz: So planen Sie eine Auszeit
Sie pflegen eine nahestehende an Demenz erkrankte Person und möchten allein oder gemeinsam verreisen? Die folgenden Tipps und Hinweise zeigen Ihnen, worauf es bei der Planung einer Auszeit vom Pflegealltag ankommt.
Professionelle Versorgung von Angehörigen in der Kurzzeitpflege. Foto: zinkevych-adobe.stock.com
Angehörige, die einen nahestehenden pflegebedürftigen Menschen versorgen, benötigen Auszeiten vom Pflegealltag, um Kraft zu tanken. Besonders die Betreuung von Menschen mit Demenz stellt Pflegepersonen häufig vor große Herausforderungen. Daher haben wir und die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) folgende Anregungen und Tipps für eine entspannte Ich-Zeit, wie zum Beispiel Urlaub, zusammengestellt.
Professionelle Betreuung auf Zeit in der Kurzzeitpflege
Wenn Sie sich eine Auszeit von der Pflege Ihres Partners, der Eltern oder eines Bekannten nehmen möchten, können Sie die Pflegeverantwortung vorübergehend in professionelle Hände von Pflegefachkräften legen, zum Beispiel in einer stationären Einrichtung mit dem Angebot der Kurzzeitpflege (KZP).
Der Aufenthalt in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung ist auf einen Zeitraum von acht Wochen pro Jahr begrenzt und wird von der Pflegeversicherung mit bis zu 1.774 Euro unterstützt. Die Kurzzeitpflege kann unter Anrechnung auf den für Verhinderungspflege zustehenden Leistungsbetrag um bis zu 1.774 € auf dann 3.386 € erhöht werden, soweit Verhinderungspflege noch nicht in Anspruch genommen wurde. Pflegebedürftige erhalten das Pflegegeld – in halber Höhe – bis zu vier Wochen weiter ausgezahlt.
Kurzzeitpflege im Ellerhof
Bei Teheim bieten wir Kurzzeitpflege für Pflegebedürftige und speziell für Menschen mit Demenz in unserer Einrichtung Ellerhof in Solingen an. Dort werden unsere Gäste professionell gepflegt und erfahren Gemeinschaft, Abwechselung sowie liebevolle Zuwendung.
Hinweis: Bereiten Sie den Aufenthalt in der Kurzzeitpflege frühzeitig vor, denn freie Plätze sind rar und Wartelisten lang. Um einen passenden Platz zu erhalten, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf, telefonisch unter T. 0212 881339-70 – oder buchen Sie einen Pflegeplatz im Ellerhof schnell und bequem online auf unserer Website
Häusliche Versorgung im Rahmen der Verhinderungspflege
Eine weitere Möglichkeit für eine vorübergehende Ich-Zeit von Pflegepersonen bietet die sogenannte Verhinderungspflege. Anders als bei der Kurzzeitpflege wird die pflegebedürftige Person im eigenen Zuhause betreut.
Die Versorgung können zum Beispiel Familienmitglieder, Bekannte oder ein professioneller ambulanter (häuslicher) Pflegedienst für Sie übernehmen – tages- oder stundenweise. Die Pflegekasse bezuschusst diese Vertretung bis zu sechs Wochen im Jahr mit einem Betrag von bis zu 1.612 Euro. Die Voraussetzungen dafür sind: Die pflegebedürftige Person hat Pflegegrad 2 und Angehörige waren als Pflegeperson schon mindestens sechs Monate im Einsatz.
Unser mobiler (häuslicher) Pflegedienst von Teheim bieten Ihnen eine qualifizierte pflegerische und betreuerische Versorgung für Ihren gewünschten Zeitraum an. Den Umfang der Leistungen klären wir in einem persönlichen Beratungsgespräch mit Ihnen. Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.
4 Tipps für einen gemeinsamen Urlaub
Was Sie bei der Planung einer gemeinsamen Auszeit, zum Beispiel Urlaub, mit einem an Demenz erkrankten Menschen beachten sollten, zeigen die folgenden vier Hinweise.
Tipp 1: Beginnen Sie frühzeitig mit der Urlaubsplanung
Ist die Demenzerkrankung noch nicht sehr weit fortgeschritten, kann ein gemeinsamer Urlaub für beide Seiten ein Gewinn sein. Dabei gilt es zu beachten, dass die pflegebedürftige Person mit dem Ortswechsel und den veränderten Tagesabläufen zurechtkommt.
Bei der Wahl des Urlaubsortes können Sie sich zum Beispiel an früheren Reisezielen und persönlichen Vorlieben der zu pflegenden Person orientieren: Wo hat die oder der Betroffene immer gerne Urlaub gemacht? Was hat ihr oder ihm besonders gut gefallen? Ob Camping-, Wander- oder Strandurlaub - entscheidend ist, wo Sie sich beide wohlfühlen und gut zurechtkommen können.
Auch hier ist eine frühe Planung das „A und O“ für eine entspannte gemeinsame Auszeit.
Tipp 2: Bauen Sie Routinen in den Urlaubsalltag ein
Für Menschen mit Demenz sind Routinen sehr wichtig, um sich wohl und sicher zu fühlen. Halten Sie, wenn möglich, alltägliche Abläufe wie Duschen, Anziehen oder Essen auch im Urlaub bei. Schaffen Sie Ankerpunkte und nehmen Sie vertraute Gegenstände mit: Das kann die Lieblingstasse, der geblümte Kissenbezug oder die Familienfotos sein. All diese Dinge helfen Menschen mit Demenz dabei, sich auch in fremder Umgebung aufgehoben zu fühlen.
Tipp 3: Bleiben Sie souverän
Auch wenn nicht alles so läuft, wie Sie es sich gewünscht oder vorgestellt haben, etwa wenn die ungewohnte Umgebung oder neue Abläufe zu stressigen Situationen und unvorhergesehenen Problemen führen. Seien Sie nicht enttäuscht und bleiben Sie souverän. Was zählt ist doch: Sie haben es gemeinsam versucht.
Tipp 4: Unternehmen Sie einen Testausflug
Wenn Sie sich für eine gemeinsame Reise entschieden haben, testen Sie Ihr Vorhaben vorab mit einem Tagesausflug. Besuchen Sie dabei Orte, die sie beide mit positiven Erinnerungen verbinden oder wo sie eine gemeinsame Geschichte haben.
Hinweis: Nehmen Sie Unterstützung an
Wenn eine 1:1 Betreuung im Urlaub nicht das Richtige für Sie ist, nehmen Sie Unterstützung an. Es gibt schon viele Angebote, die speziell auf die Bedürfnisse von Demenzkranken und ihrer Angehörigen zugeschnitten sind. Während die zu pflegenden Personen von geschultem Fachpersonal betreut werden, bleibt den Angehörigen Zeit für Entspannung oder die Teilnahme an vielseitigen Freizeitangeboten.
Auf unserer Website informieren wir Sie über zahlreiche Unterstützungsleistungen für pflegende Angehörige unter: Angehörigenhilfe oder Kontaktstelle Pflegeselbsthilfe.
Quellen: teheim-solingen.de/www.alzheimer-forschung.de/presse/
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